Das Cost-Center kommt neben dem Profit-Center als häufigste Centerform vor. Es ist eine Organisationseinheit innerhalb eines Unternehmens die hinsichtlich der Kostenverursachung in begrenztem Umfang eigenständig entscheiden kann.

Das Ziel des Cost-Centers ist die Optimierung der Kosten in Bezug auf die erbrachte Leistung (Output) und damit eine Ergebnisverbesserung. Dabei soll entweder eine bestimmte Leistung zu optimalen Kosten oder eine best- bzw. größtmögliche Leistung zu vorgegebenen Kosten (Kosten-Budget) erstellt werden.

Um die Leistungsgüte abzusichern, sind zusätzlich weitere qualitative Zielgrößen (Fehlerquote, Reklamationen, Schnelligkeit) notwendig.

Die Cost-Center haben keinen einen Marktzugang und werden als interne Dienstleister betrachtet. Das sind beispielsweise Einheiten aus den Bereichen Rechnungswesen, F&E, Personal, Recht und Organisation, also vor allem Stabsstellen. Den internen Kunden des Cost-Centers fehlt die Möglichkeit andere (externe) Dienstleister für die entsprechenden Leistungen auszuwählen, es besteht somit ein Abnahmezwang (internes Monopol).

Zielgrößen

Die Hauptzielgröße des Cost-Centers stellt das Ausmaß der verursachten Kosten dar. Die Höhe der Kosten ist meist als Budget vorgegeben. Eine Verbesserung gegenüber dem Planwert kann auch als Ziel dienen. Der Output kann hinsichtlich seiner Quantität vorwiegend nur pauschal bewertet werden (geleistet bzw. nicht vollständig geleistet). Die Berechnung von Stückkosten ist daher nicht realisierbar. Die qualitativen Zielgrößen lassen sich teilweise besser erfassen und bewerten.

Voraussetzungen

Für die Akzeptanz und das erfolgreiche Funktionieren des Cost-Center-Konzepts müssen deren Manager über ein gewisses Mindestmaß Eigenständigkeit bei der Steuerung der Kostenverursacher und über Einfluss auf die Leistungserstellung verfügen. Da die Personalkosten meist den größten Kostenblock darstellen, ist entscheidend wie groß hier die Freiheitsgrade sind.

Weiterverrechnung der Kosten

Die Kosten des Cost-Centers werden auf einer oder mehreren Kostenstellen erfasst. Es handelt sich grundsätzlich um Gemeinkosten. Die erbrachte Leistungsmenge kann überwiegend schlecht gemessen werden, da es an deren Standardisierbarkeit mangelt. Die Weiterverrechnung der Kosten zur Kostenentlastung erfolgt daher im Gegensatz zum Service-Center nicht über die innerbetriebliche Leistungsverrechnung sondern als Umlage mit geeigneten Umlageschlüsseln (Umsatz, Mitarbeiteranzahl, Stunden).

Probleme und Kritik

Cost-Center sind eine Lösung um die Organisationseinheiten in ein Center-Konzept einzufügen, wenn eine systematische mengenmäßige Erfassung der für interne Kunden erbrachten Leistung nicht möglich ist. Falls die Kosten nur unzureichend beeinflusst werden können, sinkt auch die Motivation die Leistungserstellung zu optimieren um Kosten zu sparen.

Auch die Probleme die bei einer Budgetierung von Kosten auftreten, spielen eine große Rolle. Das Ausmaß der tatsächlich notwendigen Kosten lässt sich oft nur durch ein Benchmarking ermitteln.

Weitere Centerformen: Service-Center, Profit-Center, Investment-Center